Herbert Stoepper, Schulleiter a.D.

eMail: Herbert.Stoepper@t-online.de

Eigentlich sollte Sportunterricht viel häufiger im Freien, an der frischen Luft, stattfinden darin sind sich Fachleute, Ärzte, Lehrer, Vertreter des Breitensports im Grundsatz einig. Kinder halten sich viel zu häufig und viel zu lange in geheizten Innenräumen auf, das Spiel im freien Straßenraum gibt es immer weniger.

Im Sinne einer breit angelegten gesundheitlichen Vorsorge und auch im Sinne sportlicher Leistungsfähigkeit müssten die Kinder wieder mehr ins Freie gelockt werden. Sie sollten sich bei ihren sportlichen Aktivitäten viel stärker Wind und Wetter aussetzen und dabei auch auf die Gegebenheiten ihrer natürlichen Umwelt reagieren können. Sie sollten ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass man Sport nicht nur in hoch spezialisierten Sonderbereichen, Tennishallen, Fitnessstudios, verspiegelten Gymnastikräumen treiben kann, sondern auch unter einfacheren Bedingungen.

Dies sind Binsenweisheiten; dennoch findet der tägliche Unterricht in aller Regel in wohl temperierten und gut ausgestatteten Hallen statt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Regen und Schnee setzen dem Sportunterricht im Freien denn doch sehr schnell Grenzen. Für den Lehrer bedeutet das eine entscheidende Unwägbarkeit bei der Planung und Organisation seines Unterrichts. Im Ergebnis bleibt man dann doch lieber in der Halle, selbst wenn es das Wetter erlaubt, nach draußen zu gehen. Eine weitere Problematik sollte man in diesem Zusammenhang auch nicht ganz aus dem Auge verlieren: Die traditionellen Schulsportanlagen im Freien bieten unseren Jugendlichen im allgemeinen wenig Anreiz, den Unterricht an die frische Luft zu verlegen. Da sind die Rasenplätze, ein paar Basketballkörbe und die unvermeidliche Weitsprunggrube - Trendsportarten finden allenfalls auf einem Pausenhof statt, der nicht für solche Zwecke konzipiert ist. So darf man sich nicht wundern, wenn Schülerinnen und Schüler zumindest im regulären Sportunterricht lieber in der Halle bleiben. Ähnliches gilt für den Fachlehrer: Der Unterrichts birgt in solch einem äußeren Rahmen so viele Unwägbarkeiten, dass man denn doch lieber auf dem gesicherten Terrain der Halle bleibt.

Diese Probleme, die es so schwierig machen, den Sportunterricht stärker im Freien anzusiedeln, lassen sich durch eine relativ einfache Maßnahme zumindest erheblich verringern: Man setzt ein attraktives Dach über eine Spielfläche. So kann Sport regengeschützt, aber immerhin im Freien stattfinden. Man gewinnt einen gut überschaubaren Bereich, der mit großer Sicherheit regelmäßig für den Unterricht zu nutzen ist. Man kann die "Einrichtung" der überdachten Fläche attraktiv gestalten und auf die besonderen Belange der Schule zuschneiden.